Unser 50. Land und unser 5. Kontinent, September 2025
Am 12. August landeten wir mit dem Flieger von Surabaya, Indonesien in Perth West Australien. Am Flughafen wurden wir von zwei australischen Weltreisenden, die über Facebook auf unser Vorhaben mit der Verschiffung nach Australien aufmerksam geworden sind, in Empfang genommen und in ihr Zuhause eingeladen, als wären wir Teil ihrer Familie. So etwas schönes in einem fremden Land ist uns bis her noch nie widerfahren.
In den Tagen die am Ende zu Wochen wurden, in denen wir auf unser Auto aus Indonesien warten mussten, unternahmen wir viele tolle Ausflüge mit unseren neuen Freunden Sam und Stew.
Nebst vielem, unternahmen wir einen Ausflug auf Rotnest Island um den Quaka zu sehen, es gab wunderschöne Abende mit Kochen, Freunden und Familie, Städtebummel durch das moderne Perth und das Old Town von Fremantle, es ging zu Auktionen und noch vielem spassigem mehr.
Als dann endlich unser Tier aus dem Container und der langwierigen Quarantäne befreit wurde, ging es daran alles einzurichten und wieder zu fixieren.
All das Bürokratische fürs Fahrzeug dauerte einen Monat und raubte uns den einen und anderen Nerv, aber mit der grossen moralischen Unterstützung von Sam und Stew und ihrer Familie, meisterten wir am Ende alles glamourös und es konnte endlich, für ein vorgeführtes und eingelöstes Tier ab auf neue Abenteuer in Australien gehen.
Back on track, September 2025
Für unseren ersten Abschnitt auf neuem Terrain und da es nun die beste Zeit dafür war, entschieden wir uns den Norden von West Australien zu erkunden. Schon ab Tag eins pfiffen wir auf Teerstrassen und holperten querfeldein immer der Nase nach. Denn es duftete betörend nach Frühling und was wir an Wildblumen zu sehen bekamen, verschlug uns die Sprache. Wir haben gelesen und gehört, dass nun die grosse Zeit der Wildblumen ist, aber mit so etwas farbenfrohem, in einer schier unermüdlichen Vielfalt, haben wir auf dem roten Kontinent nun wirklich zu aller Letzt gerechnet.
Cenning Stock Route, September 2025
The most remote track on earth
Wenn wir von so einer Legende hören, kann man sich ja denken das es uns den Ärmel reinzieht und das Unterfangen uns trotz vielen bedenken und schlaflosen Nächte nicht mehr loslässt.
Der längste one line track (Feldweg) der Welt, mitten durch 1850km unwegsame Wüste.
Geschaffen wurde der Fusspfad von Mr. Cenning, um das Rindvieh von den Kimbarleys,
Halls Creek bis nach Wiluna zu treiben, nur um die Goldschürfer auf den Goldfeldern mit Fleisch zu versorgen. Muss ein lukratives Geschäft gewesen sein… denn wie viele der Viehtreiber und wie viel Vieh von 1850 – 1970 bei dem katastrophalen Unterfangen drauf gegangen sind, kann man sich wohl denken. Heute ist Mr.Canning eine Legende und der alte Kuhtreiberdpfad das krasseste an Offroad was in Australien zu finden ist.
Es ist nicht unbedingt die Piste an und für sich die die grösste Herausforderung darstellt, nein, es ist das Wissen über 1800km mitten im Outback auf sich alleine gestellt zu sein.
Wir brauchten für das ganz grosse Abenteuer, wahrscheinlich unser grösstes, 17 Tage.
Angegeben werden 21 Tage.
Wasser gibt es zum Glück gelegentlich an den originalen Wells (Wasser-Borlöchern) immer noch, Diesel gibt es ein einziges Mal nach 1000km bei Kunawarritji, einer kleinen Aboriginal Comunity und Essen muss von Beginn an für die gesamte Zeit einberechnet und gut eingeteilt sein.
Eine Panne darf man auf der Strecke selbstverständlich nicht haben, die Fahrzeuge bleiben liegen falls es nicht selbst vor Ort repariert werden kann… wir haben viele Fahrzeugfracks gesehen…
Aufgrund der raffen Piste hatten wir Probleme mit dem Starter, schon an Tag zwei einen Riss im Zusatztank und immer wieder Schrauben die verloren gingen oder locker waren. Nach Tag 5 leckte unsere Ölpumpe und wir waren ständig aufs neue Hin und Her gerissen, abzubrechen…
Wir fassten aber immer wieder aufs neuen Mut, reparierten was ging und ehrlich gesagt wollten wir einfach nicht abbrechen, obwohl die Vernunft sicher etwas anderes gesagt hätte.
Der track wechselte von steinig, über sandig bis hin zu über 100te teilweise sehr hohe und weiche Dünen. Gekreuzt haben wir in den 17 Tagen nur zweimal einen Konvoi von 3-4 Fahrzeugen, mit Fahnen, Funk und allem erdenklichen ausgestattet. Von denen trat nur ein Konvoi die ganzen 1850km an so wie wir… nur das wir auf uns alleine gestellt waren.
Regen hätte die Piste in null Koma nix unpassierbar gemacht, blieb uns aber zum grossen Glück erspart.
Unsere täglichen Abschnitte betrugen durchschnittlich 100km mit einer Durchschnitts- Geschwindigkeit von 7-12kmh… Tage von bis zu 12 Stunden fahren waren daher Standard und extrem Anstrengend.
Entschädigt hat uns täglich die atemberaubende Landschaft und die traumhaften Nächte unter endlosem Sternenhimmel.
Das Ganze Spektakel; eine unglaubliche Herausforderung für Mensch und Maschine.
Fazit; etwas vom geilsten was es gibt, aber einmal im Leben reicht ;)
PS:Für alle die interessiert sind wenn wir nach Hause kommen, es gibt ein Video… unser erstes Video :)
Back on the road, Oktober 2025
nach unserem ganz grossen Abenteuer der CSR, gönnten wir uns eine Abschluss Nacht beim Wolf Creek Crater... Ich hoffe alle kennen den Film Wolf Creek, wenn nicht unbedingt den originalen reinziehen… denn genau diese wahre Geschichte kam uns wieder in denn Sinn und lies uns trotzdem, dass es schon länger her ist, nicht ganz so entspannt schlummern wie gewohnt ;)
Kununurra, Oktober 2025
da die Ölpumpe beim Tier nun wirklich richtig viel Öl verlor, mussten wir die nächst grösste «Stadt», ganz im Norden von West Australien ansteuern und das war Kununurra.
Nach dem abklappern der 12 Mechaniker vor Ort, die Ernüchterung… keiner hatte in den nächsten 2 Wochen für die Reparatur Zeit. Am besten kamen wir bei Toyota davon die uns einen Termin für in 13 Tagen offerierte… Nun hiess es warten und nicht mehr gross fahren, um schlimmeres zu verhindern. Es waren harte lange Wartetage in der unsäglich heissen Gegend. Zum Glück fanden wir einen Ort zum Baden ohne Salzwasserkrokodile, den sogenannten Salties :) und überstanden so die Zeit.
All das mühselige hatte aber auch durch Zufall etwas unglaublich schönes, Eines Tages, als wir aus dem Supermarkt in Kununurra kamen, hing ein Zettel eines Schweizers an der Windschutzscheibe….
Schweizer in Kununurra, Oktober 2025
Wir meldeten uns auf die notierte Nummer und lernten das unglaublich tolle Paar Sonja und Niklas kennen. Die zwei, ausgewanderten Nidwaldner, leben seit einem Jahr in Kununurra und verwirklichen da ihren Traum. Einfach nur genial !!!!
Nach einem Abend mit Aperos, dachten wir, wir sähen uns so schnell nicht wieder… aber da bei der Reparatur an unserem Tier so einiges nicht so lief wie gedacht, stockten wir für weitere zwei Wochen oben im Norden. In unser super misslichen Lage, nun auch noch ohne unser Zuhause, boten die zwei uns ihr Gästezimmer an… Mann muss sich vorstellen, Menschen die einen nur kurt getroffen haben, laden uns ein, bei sich Zuhause zu Wohnen. So etwas unglaubliches kann einem nur auf Reisen passieren. Für so etwas gibt es auch nicht genug Worte, um sich zu bedanken. Es ist einfach meeeegaaaa schön, wieder einmal irgendwo auf der Welt, wunderbare Freunde fürs Leben gefunden zu haben.
In den zwei Wochen unternahmen wir sensationelle Bootstouren mit ihrem eigenen Boot, gingen zur Morgendämmerung Baramundi fischen und hatten einfach viele tolle Gespräche mit sehr viel lachen.
Karijini NP, November 2025
nach einem Monat in Kununurra, war es Saisonal zu spät noch weiter nordwärts zu ziehen und somit blieb uns der Rückzug südwärts. Nicht schlimm, denn da wir über die Cenning Stock Route hoch gefahren sind, haben wir viele touristische Highlights ausgelassen. Zeit das als erstes mit dem Karijini Nationalpark nach zu hohlen. Einer Welt der Canyons, Schluchten und versteckten Pools.
Die Küste, November 2025
Nun zog es uns an die Küste. Von Broome aus ging es zum Cape Range/ Ningallo Reeff National Park wo wir die Tage mit schnorcheln verbrachten. Trotz Begegnungen mit Haien und riesigen Stachelrochen, zog es uns Tag für Tag zurück ins Meer. Denn es gab vieles an bunten Fischen zu entdecken. Weitere nerven kitzelige Schnorcheltrips unternahmen wir bei Coral Bay, bevor es weiter zur Shark Bay und in den traumhaften Francis Peron National Park ging. Dort braucht man nicht mal mehr ins Wasser zu steigen, um Fische zu sehen, nein man sieht Haie, riesige Schildkröten, Mantarochen, Dugongs und vieles mehr einfach so von der Klippe aus im glasklaren Wasser schwimmen.
Über den Kalbarri Nationalpark folgten wir weiter der Küstenlinie und unternahmen nochmals einen Abstecher in unseren geliebten Wildblumen Park, bevor es nach Perth ging, um nochmals unsere lieben Freunde Sam und Stew zu besuchen.
From Perth to Perth, November 2025
da wir nach unserem Trip in den Norden von WA wieder Perth passierten, durfte ein Besuch bei unseren wunderbaren Freunden Sam und Stew nicht fehlen.
